Diese Bild enstand am 14. September 2024 mit einem 400er Teleobjektiv vom Turm der Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen. Das war der erste Kontakt. Das Schiff stand in der Marina Lynetten. Wenig später stand ich vor dem Schiff. Meine ersten Gedanken, DAS WÄRS. Es war ein Stahlschiff mit den gesucheten ca 45 Fuss, Kurzkieler mit Skeg und die Linien gefielen mir sehr. Auf dem Schiff befanden sich zwei Personen was mich zu der Annahme brachte das es nicht zum Verkauf stand. Erst einige Wochen später fand ich bei meiner Suche im Netzt eine Verkaufsanonce. Das war der Beginn des Projektes.
Ausbau des alten Vetus Deutz Dieselmotors
Ab Juni 2026 erolgte parallel zur Decksanierung der Ausbau des alten Vetus Deutz Dieselmotors. Dieser wird durch einen Elektromotor der Firma Kräutler ersetzt. Auch hier war die Sache nicht ganz so einfach wie anfangs gedacht. Vor dem raushieven aus der Kajütte musste noch das komplette Schiebeluk ausgebaut sowie der Niedergang auf das maximal mögliche verbreitert werden. Am Niedergang hatte es auf dann auf beiden Seiten wirklich nur 5 Millimeter Platz. Mit zwei Kettenzügen und viel Geduld gelang die OP dann und der Patient konnte das Spital verlassen. Die zweite kniffelige Sache war, wie kriegen wir den Motor nun vom Schiff? Die erste Option war die Hütte teilweise zu demontieren. Das war mir aber zu viel Arbeit. So entschloss ich mich den Motor wiederum mit zwei Kettenzügen am Grossbaum entlang, Stück für Stück, nach vorne zu verholen um ihn dann seitlich aus der Tür zu bugsieren. Es war etwas kniffelig, aber auch die Aufgabe konnte nach einigen Veruschen g bravurös gelöst. werden. So kam auch noch der alte ADK (auf W50 Basis) von Mike zum glohrreichen Einsatz.
Mai bis August 2026
Nach dem wir im Winter das alte Teakdeck abgerissen hatten folgte nun der Neuaufbau. Die Reparatur gestaltete sich doch etwas umfangreicher als anfangs gedacht. Aber, watt mut dat mut.
Nach der Ausbesserung der Schadhaften Holzstellen wurde gespachtelt und geschliffen. Darauf folgte der Bezug des Deckes mit zwei lagen Matte und Epoxy. Ich weiss. Einige werden jetzt die Nase rümpfen. Wichtig war uns zuerst mal das kein Wasser mehr eindringen kann.
Nach dem Übertug folge nun der Anstrich mit zwei Lagen K2 Epoxyprimer. Dann eine Lage K2 Epoxy Lack und dann eine Lage Kiwi Grip. Damit ist die Decksanierung fürs erste abgeschlossen
Januar 2026: Start der Decksanierung im Januar 2026
Dies hatte ich bei den Besichtigungen zwar bemerkt es aber als nicht all zu grosses Problem eingestuft.
Das war eine Fehleinschätzung. Also bleibt nichts weiter übrig als das komplette Taekdeck abzureissen und die Schadhaften Stellen im darunter liegenden Sperrholz zu sanieren. Danach wird das ganze Deck mit drei Lagen Matte und Epoxydharz versiegelt. Darauf erfolgt dann ein Antirutschanstrich.
September 2025: Einbau Elektrischer Autopilot
Hier habe ich mir einen Jafa Steering 24 V geleistet. Laut Händler hätte es auch ein kleinerer getan. Aber ich nehme es lieber immer eine Nummer grösser. So hat man, gerade in extremen Situationen, noch etwas Reserve. Jafa Steering
Auch hier sind die ersten Tets abgeschlossen. Dazu muss ich aber sagen das, was den Motor betrifft, noch etwas nachjustiert werden muss. Das Problem: Der Motor kuppelt, nach dem Ausschalten an der Steuereinheit, manchmal nicht aus. Auch ist er, wenn er in Betrieb ist, sehr laut mit einer sehr unangenehmen Frequenz. Der hersteller hat Besserung zugesagt. Man darf gespannt sein auf die Dinge die da kommen werden.
Die Steuerung ist natürlich auch wieder von NKE. Ein Gyropilot 3. Einfach damit alles Komponenten vom gleichen Hersteller sind. Das vereinfacht die Kommunikation der einzelnen Geräte.
Septmeber 2025: Einbau der Neuen Navigationsanlage
Da ich unbedingt an der Silverrudder 2025 teilnehmen wollte musste ich zwingend auch meine Navigation Had und Software neu installieren. Ich habe mich für eine Anlage von NKE entschieden. Einige werden jetzt wieder sagen, "das ist ja mit Kanonen auf Spatzen geschossen". Aber ist gibt einige triftigen Gründe. Einer davon ist das Vorhandensein des "Tamagotschi" Bis dato bietet, meines Wissen, NKE als einziger Hersteller diese Lösung an. Dies ermöglicht das Ausschalten das Elektrischen Autopilot selbst wenn man ins Wasser gefallen ist. Ich weiss ich weiss. Klar, jetzt kommen wieder die schlauen Fahrensleute die das alles mit den verschiedensten Argumente in Frage stellen. Ich kenne all diese Argumente. Ich sage dazu nur: "Ja, die Chance ist sehr klein das man es wieder zurück an Bord schafft. Aber selbst eine kleine Chance ist immer noch Besser als gar keine."
Als UKW Anlage habe ich mich für eine Vesper / Cortex Anlage entschieden. Auch diese Tests waren bis her sehr zufriedenstellend.
Für die Plotteranzeige am Ruderstand habe ich mich für ein Hugerock Gerät entschieden. Der Hauptgrund ist die Helligkeit von 2600 nit. Hugerock
Für die Silverrudder habe ich mir noch ein Velocitek ProStart Race Computer geleistet. Den brauche ich für meine Tour natürlich nicht.
Zur Installation der NKE-Anlage muss man noch sagen das NKE schon etwas speziell ist. Es geht nicht einfach plug and play wie bei anderen Anbietern. Alleine hätte ich das sicher in so kurzer Zeit nicht geschafft. Aber dank Dennis Schiweck vom NKE Händler Kohlhoff, der mir sehr geholfen hat, bekam ich alles rechtzeitig zum Laufen. Danke. NKE
August 2025: Neubau der Ruderpinne
Ich bin Vertreter der Pinnenfarktion. Vor allem im Zusammenhang mit einer Windsteueranlage.
Ein Steuerrad hat auch seine Vorteile. Aber für mein Projekt möchte ich über eine Pinne verfügen.
Das Schiff hatte bis dato nur ein Stahlrohr mit einem Vierkant welches bei Bedarf als Notpinne fungierte. Da der Ruderkoker mit seinem Vierkant direkt oben aus dem Deck kommt war es eine leichtes dort eine adäquate Pinne zu installieren. Da ich selber aus der Metallbranche komme und Zugriff auf entsprechende Maschinen habe war es für mich ein leichtes eine solche Pinne herzustellen. Das Holzteil ist ein gewachsenes Holz. Da ich die Höhe brauchte war diese Teil für meine Zwecke perfekt. Einige werden nun wieder sagen was ist das denn für ein Riesen Klotz. Dazu folgendes. Ich bin nun seit 1985 auf allen Weltmeeren unterwegs. Ich habe so ziemlich alles erlebt was man auf dem Wasser so erleben kann. Daher weiss ich, es geht alles irgendwann kaputt was nur kaputt gehen kann. Murphys law ist überall. Auf einem 18 Tonnen Schiff wirken an einem Ruder in extremen Situationen auch extreme Kräfte. Daher fühle ich mich mit so einem Teil etwas sicherer.
Juli 2025: Anbau der Windsteueranlage "Windpilot"
Für das Projekt ist natürlich ein Windsteueranlage unerlässlich.
Im laufe der Jahre habe ich Schiff verschiedener Grössen und Gewichtsklassen als Skipper gefüht an denen die verschiedensten Windsteueranlagen installiert waren. Dabei hat mich die "Windpilot" von Peter Fortmann aus Hamburg am meisten überteugt.
Daher war es nur logisch eine solche Anlage für mein Projekt zu installieren. Nach dem erfolgten Anbau konnte ich die Anlage auch schon mehrmals unter verschiedensten bedingungen testen. Ich kann nur sagen. TOP
November 2024: Erste Besichtigung
Nach dem ich das Schiff bereits im September 2024 das erst mal in Kopenhagen gesehen hatte machte ich mich, nach den ersten positiven Kontakten mit dem Eigner, im November 2024 erneut auf den Weg in die Marina Lynetten. Trotz der langen Zeit von fünf Jahren lag weder Schimmel oder Modergeruch in der Luft was sicher auf das Vorhandensein von insgesamt 10 Lufthutzen an Deck zurückzuführen war. Auch war das Schiff recht aufgeräumt. An verschiedenen kleinen Details war zu erkennen das der Besitzer offensichtlich ein Segler war der auf die wichtigen Dinge wert legte. Alles in allem machte das Schiff auf mich einen guten Eindruck. Somit beschloss ich das Projekt weiter zu verfolgen. Daruf hin vereinbarten wir einen zweiten Termin für Mitte Januar 2025. Ich darum geben den Motor mit einer Batterie zu versehen um zu prüfen ob der Motor auch noch ohne Problem anspringen würde. Dies war für mich der wichtigste Punkt. So verholte ich mich wieder nach Hause und harrte der Dinge die da kommen würden.